Brennholz aus deutschen Wäldern – heimischer Rohstoff und regionale Wertschöpfung
Was viele nicht wissen: Deutschland ist zu rund 32 Prozent mit Wald bedeckt. Beim überwiegenden Teil handelt es sich um Wirtschaftswald, also bewirtschaftete Wälder welche gleichzeitig unterschiedliche Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen erfüllen und nicht nur allein der Bereitstellung des nachwachsenden Rohstoffs Holz dienen.
Durch aktive Waldpflege, Verjüngung und Wiederbewaldung werden neue Baumgenerationen aufgebaut; zugleich werden die Wälder zunehmend an veränderte klimatische Bedingungen angepasst. Mischwälder gelten hier als besonders Klimaresilient. Auch die Waldbrandgefahr sinkt bei bewirtschaften und gepflegten Wäldern.
Nach den Ergebnissen der vierten Bundeswaldinventur (BWI) umfasst die Waldfläche rund 11,5 Mio. Hektar und hat gegenüber der letzten Inventur sogar geringfügig zugenommen. Mit einem Holzvorrat von rund 3,7 Mrd. Kubikmetern verfügt Deutschland über große heimische Rohstoffreserven.
Bei der Pflege und Bewirtschaftung von Waldflächen sowie bei der Holzverarbeitung fallen unterschiedliche Holzsortimente an. Höherwertige Teile bzw. Stämme können stofflich genutzt werden (z.B. für Möbel, Konstruktionsholz/Bauholz, Musikinstrumente, Spielgeräte,..) andere Sortimente wie z.B. Waldrest- und Pflegeholz oder Nebenprodukte der Holzverarbeitung/Sägeindustrie können noch als Brennstoff zur Wärmeerzeugung genutzt werden. Zudem trägt die Bereitstellung und Verarbeitung von heimischem Brennholz zur Wertschöpfung in Deutschland - insbesondere in ländlichen Regionen bei.
Damit spielt der heimische Rohstoff Holz wirtschaftlich eine wichtige Rolle. Forstwirtschaft, Sägewerke sowie Holzver- und bearbeitung, Brennstoffaufbereitung, Handel und Handwerk bilden eine relevante Wertschöpfungskette, die zahlreiche Arbeitsplätze sichert.
Bäume nehmen während ihres Wachstums Kohlendioxid (CO₂) aus der Atmosphäre auf. Über die Photosynthese wird der darin enthaltene Kohlenstoff in der Biomasse des Baumes gespeichert. Wird Holz verbrannt oder zersetzt es sich auf natürlichem Wege (Totholz), gelangt ein Teil des gebundenen Kohlenstoffs wieder als CO₂ in die Atmosphäre.
In bewirtschafteten Wäldern wachsen gleichzeitig neue Bäume heran und nehmen wiederum zusätzliches CO₂ auf. Wie sich die Kohlenstoffbilanz eines Waldes entwickelt, hängt u.a. vom Holzzuwachs, der Holznutzung, der Wiederbewaldung (Nachpflanzen von Wald) und Aufforstung (Anlegen neuer Waldfläche) sowie von natürlichen Schäden und den Folgen des Klimawandels ab.
Die hiesigen Waldgebiete sind ein wichtiger Kohlenstoffspeicher. Denn in den Bäumen sind nach der vierten BWI rund 1,2 Mrd. Tonnen Kohlenstoff gebunden. Zusammen mit Totholz, Streu und Waldböden umfasst der Kohlenstoffvorrat somit ca. 2,2 Mrd. Tonnen.

Quelle: FNR
Laut Bundeswaldinventur (BWI 4) 2022 wächst jährlich mehr Holz nach als genutzt wird.